Wirkstoff: (2S)-O-(2'-Fluoroethyl)-tyrosine (18F)

Nuklid:  [18F]Fluor

Hilfsstoffe (pro ml):

Dinatriumhydrogencitrat 1,5-Hydrat 0.22 mg

Trinatriumcitrat Dihydrat  1.25 mg

Natriumchlorid    0.76 mg

Ethanol    0.043 ml

Salzsäure    0.0009 ml

Natriumhydroxid zur pH-Einstellung (bei Bedarf)

Das Präparat enthält keine Konservierungsmittel.

Spezifikationen:

Radionuklid Reinheit:  18F ≥99.9%

Radiochemische Reinheit: 18F-Fluoroethyltyrosin ≥95% als (2S)-O-(2'-Fluoroethyl)-tyrosine (18F)

(2S)-O-(2'-Fluoroethyl)-tyrosine: ≤0.01 mg/ml

Andere Verunreinigungen (gesamt): ≤0.05 mg/ml

Verwendungsfertiges Radiodiagnostikum zur intravenösen Injektion mit Aktivitäten von 0.25 – 46 GBq pro Fläschchen (zum Zeitpunkt der Abfüllung).

Aktivitätskonzentration: 0.025 – 2 GBq/ml zum Zeitpunkt der Abfüllung.

Wirkstoffmenge (2S)-O-(2'-Fluoroethyl)-tyrosine (18F): 0.28 MBq/pg.

Onkologische Diagnostik

18F-Fluoroethyltyrosin ist ein Radiodiagnostikum zur bildlichen Darstellung von krankhaften Veränderungen im Hirn mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) welche mit einem aktivierten Transportsystem in der Zellwand einhergehen. 18F-Fluoroethyltyrosine ZRP kommt bei folgenden Indikationen zur Anwendung:

– Unterscheidung von Tumorgewebe und anderen Ursachen bei neu entdeckten Hirnläsionen – Bestimmung der besten Biopsielokalisation einer Hirnläsion

– Bestimmung des Tumorvolumens zur Planung der Radiotherapie

– Unterscheidung von posttherapeutischen Veränderungen und Tumorgewebe bei Verdacht auf ein Rezidiv.

18F-Fluoroethyltyrosine ZRP kann nicht zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden.

Die absorbierten Organdosen sowie die effektive Dosis für erwachsene und für pädiatrische Patienten nach intravenöser Administration von 18F-fluoroethyltyrosin stammen aus Literaturangaben («Radiation Dose to Patients from Radiopharmaceuticals. A fourth addendum to ICRP 53»). Die Werte sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt.

Absorbierte Dosis pro verabreichter Aktivität (µGy/MBq)

(Auszug aus dem vierten Addendum der ICRP 53)

OrganErwachsene15 y10 y5y1 y

Nebennieren

Harnblase

Knochen Oberfläche

Hirn

Brust

Gallenblase

Magen-Darm-Trakt

Magenwand

Dünndarm

Dickdarm

Oberer Dickdarm

Unterer Dickdarm

14

85

13

10

9.5

14

13

7.6

11

10

12

17

110

16

13

12

17

16

9.4

13

13

14

26

160

24

21

18

26

24

14

21

20

22

42

220

39

34

30

38

38

20

32

31

33

77

300

74

64

57

68

69

32

54

54

54

Herz1316263972
Nieren27334669120
Leber1722324888
Lunge1420284281
Muskulatur1214233667
Oesophagus1215233669
Ovarien1518284377
Pankreas1418274378
Rotes Knochenmark1316243872
Haut911182955
Milz1316244073
Hoden1216253870
Thymus1215233669
Schilddrüse1215243973
Uterus1721345186
Rest1214223566
Effektive Dosis
(µSv/MBq)
1621314782

Die effektive Strahlendosis bei der Verabreichung einer Aktivität von 210 MBq beträgt bei erwachsenen Patienten ungefähr 3.4 mSv. Zu den am meisten exponierten Organen gehören die Harnblase (ungefähr 18 mGy) und die Niere (ungefähr 5.7 mGy) woraus sich die Notwendigkeit häufiger Entleerungen erkennen lässt.

– Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe

– Schwangerschaft

– relative Kontraindikationen / Anwendungseinschränkungen

Untersuchungen sind nur dann durchzuführen, wenn der Nutzen der Untersuchung das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko übersteigt. Dies gilt insbesondere bei der Anwendung an Kindern oder Jugendlichen sowie an stillenden Frauen.

– Strahlenschutz

Radioaktive Präparate sind mit besonderer Sorgfalt und unter strengen Strahlenschutzmassnahmen zu handhaben, um die Strahlenbelastung sowohl bei den Patienten als auch beim Personal möglichst niedrig zu halten. Jede Anwendung von Radiopharmazeutika an Patienten liegt ausschliesslich in der Kompetenz und Verantwortung eines behördlich bewilligten Nuklearmediziners. In jedem Fall hat die Verabreichung unter den Regeln des Strahlenschutzes stattzufinden.

Es sind keine Wechselwirkungen bekannt.

– Schwangerschaft

Schädigende Wirkungen der von der Mutter ausgehenden Strahlung auf Fetus und Säugling können, nach Gabe von Radiopharmazeutika, nicht ausgeschlossen werden. 18F-Fluoroethytyrosine ist daher bei schwangeren Frauen kontraindiziert.

Falls es erforderlich ist, eine Frau im gebärfähigen Alter ein radioaktives Arzneimittel zu verabreichen, ist festzustellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Grundsätzlich muss von einer Schwangerschaft ausgegangen werden, wenn eine Menstruation ausgeblieben ist.

– Stillzeit

Bevor 18F-Fluoroethyltyrosine ZRP an eine stillende Mutter verabreicht wird, ist es zu prüfen, ob eine Verschiebung der Untersuchung auf einen Zeitpunkt nach Beendigung der Stillperiode klinisch zu verantworten ist. Falls eine Untersuchung erforderlich ist, muss das Stillen nach Gabe von 18F-Fluoroethyltyrosine ZRP für mindestens 24 Stunden unterbrochen und die abgepumpte Muttermilch verworfen werden.

Darüber hinaus wird aus Gründen des Strahlenschutzes empfohlen, während der ersten 12 Stunden nach der Injektion den direkten Kontakt zwischen Mutter und Säugling zu vermeiden.

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Von der geringen Menge des Wirkstoffes 18F-fluoroethyltyrosin wie sie im Rahmen einer PET-Untersuchung mit der angegebenen Dosierung verabreicht wird, können keine Wirkungen auf die normalen Funktionen des menschlichen Organismus erwartet werden.

Da die bei der Untersuchung eingesetzten Mengen der aktiven Substanz sehr gering sind, resultieren Risiken in der Anwendung im Wesentlichen aus der Strahlenexposition. Ionisierende Strahlung kann Krebs und genetische Schäden verursachen. Die Strahlendosis liegt bei diagnostischen Untersuchungen mit Radiopharmaka unterhalb von 20 mSv, so dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Wirkungen gering ist.

Wie im Falle anderer Injektionspräparate können allergische Reaktionen und anaphylaktische Erscheinungen nicht ausgeschlossen werden. Alle Mittel zur Notfalltherapie solcher Ereignisse müssen vorhanden sein.

Die Aktivität muss vor jeder intravenösen Anwendung zur Bestimmung der Dosierung gemessen werden. Eine Überdosierung im pharmakologischen Sinn ist bei den zur Diagnose eingesetzten Dosierungen nicht zu erwarten. Bei Überdosierungen der Radioaktivität sollte die Strahlenexposition durch den Harnfluss fördernde Massnahmen (forcierte Diurese) und häufige Blasenentleerung reduziert werden.

-ATC-Code       V09IX

-Physikalische Eigenschaften

[18F]Fluor hat eine Halbwertszeit von 110 Minuten und zerfällt unter Positronenemission mit einer maximalen Energie von 633 keV, gefolgt von Gammastrahlen durch Positron/Elektron-Paarvernichtung mit einer Energie von 511 keV.

– Chemische Eigenschaften

18F-Fluoroethyltyrosine ZRP kann geringe Konzentrationen der chemisch identischen Substanz Fluoroethyltyrosin, mit dem nicht radioaktiven, natürlich vorkommenden Isotop 19F-Fluor enthalten. 18F-Fluoroethyltyrosine ZRP kann geringe Konzentrationen von Substanzen, die chemisch mit Fluoroethyltyrosin verwandt sind enthalten (Siehe Rubrik « Spezifikationen»).

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Radiodiagnostika (ATC-Code: V09). Der Wirkstoff 18F-Fluoroethyltyrosine ist ein Aminosäureanalogon, welche über dasselbe Transportsystem in der Zellwand aufgenommen wird, aber nicht in Proteine eingebaut wird. Dieses Transportsystem ist nur in Tumoren erhöht, nicht aber in Entzündungszellen. Dies erklärt die Spezifität von 18F-Fluoroethyltyrosine ZRP für Tumore.

18F-Fluoroethyltyrosin wird über den Urin ausgeschieden. Ausser in der Blase findet sich in den gesunden Organen nur eine tiefe Traceranreicherung (SUV <1.6). In den Tumoren hängt das kinetische Verhalten vom Tumorgrad ab. In gutartigeren Tumoren steigt die Tracerkonzentration kontinuierlich in der ersten Stunde nach Injektion an, während sie in bösartigeren Tumoren nach einer Anfangsphase wieder abfällt.

Es existieren keine Karzinogenitätsstudien.

– Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf nur mit 0.9% parenteraler Kochsalzlösung gemischt werden.

– Haltbarkeit

18F-Fluoroethyltyrosine ZRP erhält kein Konservierungsmittel. Die Zubereitung sollte innerhalb von 8 Stunden nach dem Ende der Synthese verwendet werden (Zeitpunkt der Kalibrierung), die auf dem Behältnisetikett angegeben wird.

– Besondere Lagerungshinweise

Die Angabe bezüglich Ablaufdatum / Zeit ist zu berücksichtigen.

Dieses Arzneimittel muss in Übereinstimmung mit den nationalen Vorschriften für radioaktives Material gelagert werden.

Bis zur ersten Anwendung kann das radioaktive Arzneimittel aufrecht bei Raumtemperatur im Originalbehältnis und Bleitopf aufbewahrt werden. Das Präparat ist nicht konserviert.

– Hinweise für die Handhabung

Zur Reduzierung der Aktivität kann die Lösung mit 0.9% parenteraler Kochsalzlösung verdünnt werden. Bei allen Manipulationen soll eine aseptische Arbeitstechnik eingehalten werden.

Gesetzliche Bestimmungen

Die Anwendung radioaktiver Stoffe an Menschen ist durch die Strahlenschutzverordnung gesetzlich geregelt. Für den Umgang mit den radioaktiven Stoffen ist eine Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit erforderlich. Beim Umgang mit radioaktiven Stoffen sowie der Beseitigung aller anfallenden radioaktiven Abfälle sind die Schutzvorkehrungen der oben erwähnten Verordnung zu beachten, um jede unnötige Strahlenbelastung von Patienten und Personal zu vermeiden. Die nicht verbrauchten radioaktiven Lösungen und die mit diesen kontaminierten Gegenstände müssen, bis zum Abklingen der Aktivität auf die Freigrenze des Radionuklids, in einem für diese Zwecke eingerichteten Abklingraum aufbewahrt werden. Die Strahlenschutzverordnung (StSV, SR 814.501) ist zu beachten.


MengeAbgabekat.
18F Fluoroethyltyrosine ZRP Inj Lös 0.025 GBq/ml1 StkA

Zulassungsnummer:

63286

Zulassungsinhaberin:

Zentrum für Radiopharmazie, Universitätsspital Zürich

ATC-Code:

V09IX07