Gebrauchsfertiges Klistier.

1000 ml Lösung enthalten: Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat 160 g, Dinatriumphosphat-Dodecahydrat 60 g, Methyl-Parahydroxybenzoat 1 g, Propyl-Parahydroxybenzoat 0,1 g, Wasser für Injektionszwecke ad 1000 ml.

Enthält DEHP.

Rektale Obstipation. Vorbereitung von Rektoskopien.

Zur Entleerung des Darms vor Operationen, Geburten sowie röntgenologischen, urologischen und gynäkologischen Untersuchungen.

Erwachsene und Kinder über 12 Jahren: Soweit nicht anders verordnet, ist im Allgemeinen pro Anwendung ein Clyssie (120 ml) ausreichend. Für besondere klinische Anforderungen können 2 bis 3 Clyssie aufeinanderfolgend verwendet werden.

Kinder von 3 bis 11 Jahren: Anwendung von 30 ml/10 kg Körpergewicht (bis zu 120 ml pro Dosis). Die ermittelte Dosis kann zweimal täglich verabreicht werden.

Clyssie soll bei Kindern unter 12 Jahren nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes angewendet werden.

Clyssie sollte so selten wie möglich angewendet werden und nicht länger als eine Woche.

Gebrauchsanweisung

Den Patienten auf der Seite (nach Möglichkeit links) und mit angezogenen Knien lagern.

Die Röhre mit Vaseline einfetten.

Das Ende der Kunststoffröhre abbrechen. Auf komplette Öffnung ohne verbleibende Kunststofffragmente ist zu achten.

Die Röhre vorsichtig tief ins Rektum oder den Rektaltubus einführen.

Den Behälter langsam mit leichtem Druck entleeren. Der Patient bleibt in Seitenlage bis zum Eintreten eines starken Stuhldranges (gewöhnlich nach 2 bis 5 Minuten).

Die Applikation der Lösung führt zuverlässig zur schnellen Darmentleerung (gewöhnlich innerhalb von 10 bis 20 Minuten).

Die Anwendung ist zu beenden, sobald ein Widerstand festzustellen ist.

Hinweise

Clyssie ist zum einmaligen Gebrauch bestimmt und braucht nicht ganz entleert werden. Der Beutel enthält mehr Flüssigkeit, als für eine wirksame Anwendung erforderlich ist. Daher bleibt ein Flüssigkeitsrest im Beutel zurück. Der Behälter kann vor der Anwendung im Wasserbad erwärmt werden.

Hämorrhoiden.

Bauchschmerzen unklarer Genese.

Akute Erkrankungen der Bauchorgane, z.B. Peritonitis, Appendizitis, gastro-intestinale oder rektale Blutungen, Divertikulitis, Enteritis regionalis, Kolitis.

Anomalien des Dickdarms (schwere Kolondilatation, angeborene Dickdarmvergrösserung [Megacolon congenitum, Morbus Hirschsprung]).

Subileus oder Ileus.

Entzündliche oder ulzerierende Erkrankungen des Dickdarms (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).

Fissuren im Analkanal oder im Rektum.

Stuhlverhaltung (Koprostase).

Stenosen, Analatresie.

Anastomosen im Bereich des linksseitigen Kolons, des Sigmoids und des Rektums.

Patienten mit schwierigen anatomischen Verhältnissen im Bauchraum (nach Darmoperationen, Darmplastiken, Anastomosen, Kolostomie).

Patienten mit Herzerkrankungen, hohem Blutdruck, Nierenfunktionsstörungen oder Niereninsuffizienz (Gefahr der Hyperphosphatämie), Ödemen, Hyperalbuminämie, Hyperphosphatämie, Leberzirrhose, Schwangerschaftstoxikose.

Kinder unter 3 Jahren.

Bei Übelkeit oder Erbrechen nur auf Verordnung durch einen Arzt anzuwenden.

Die Anwendung DEHP-haltiger Medizinprodukte sollte vorsichtshalber bei Schwangeren, Stillenden, Säuglingen und Kindern nur kurzzeitig erfolgen.

Mit Vorsicht anzuwenden bei Patienten mit präexistenten Wasser- und Elektrolytstörungen, da es in diesen Fällen zu Hypokalzämie, Hyperphosphatämie, Hypernatriämie und Azidose kommen kann.

Eine Verabreichung des Klistiers gegen einen Widerstand kann zu Verletzungen oder Perforationen führen.

Vorsicht bei Patienten mit Sensibilitätsstörungen des Analkanals.

Die Phosphatlösung kann Entzündungen und eine ausgedehnte Gewebsnekrose hervorrufen, die bei Perforation und perirektalem Ausfluss schliesslich zu Gangrän führen. Durch eine frühzeitige Diagnose und Steroidbehandlung können die Folgen solcher Komplikationen minimiert werden.

Bei Patienten mit bekannten oder vermuteten anorektalen Schleimhautläsionen sollte von einer Anwendung abgesehen werden.

Enthält Parahydroxybenzoate, die (möglicherweise verzögert) allergische Reaktionen verursachen können.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind bisher nicht beobachtet worden.

In der Schwangerschaft soll Clyssie nicht während der ersten drei Monate angewendet werden. Bei drohender Fehl- oder Frühgeburt darf Clyssie nicht angewendet werden.

DEHP zeigte sich in Tierversuchen potentiell fortpflanzungsgefährdend. Zum derzeitigen Stand der Wissenschaft kann ein Risiko (bei Langzeitanwendung) insbesondere für männliche Frühgeborene nicht völlig ausgeschlossen werden. Die Anwendung DEHP-haltiger Medizinprodukte sollte vorsichtshalber bei Schwangeren und Stillenden nur kurzzeitig erfolgen.

Nach der Verabreichung von Clyssie können Krämpfe auftreten. Sollten unter der Verabreichung von Clyssie Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen auftreten, ist die Verabreichung des Klistiers abzubrechen und ein Arzt zu Rate zu ziehen. Phosphat-Klistiere wie Clyssie können Veränderungen im Erscheinungsbild der Mastdarmschleimhaut (chemisch induzierte Schleimhautschädigungen) bewirken. Eine mögliche diagnostische Verwechslung einer klistierbedingten Hyperämie mit einer asymptomatischen Colitis lässt sich durch die Untersuchung von Biopsiematerial unter dem Mikroskop ausschliessen.

Bei einer Überdosierung kann es zu Störungen des Elektrolytgleichgewichtes kommen, die insbesondere zu einer Hyperphosphatämie, zu einer Hypokalzämie, zu einer Hypernatriämie und zu einer Azidose führen.

Hierdurch kann es zu Dehydratation, hypokalzämischer Tetanie und Lethargie kommen. Symptome für diese Störungen können z.B. sein Tachykardie, Blutdruckabfall, Oligurie, Durst, anfallsartige Muskelkrämpfe besonders der Hände, der Füsse, des Gesichtes, Karpopedalspasmen, Parästhesien insbesondere im Bereich der Arme, Schläfrigkeit. Eine Behandlung mit Calcium-Ergänzungspräparaten wird empfohlen. Als weitere Behandlungsmassnahmen können Flüssigkeitsersatz, die Korrektur weiterer Elektrolytstörungen und des Säure-Basen-Haushaltes erforderlich sein.

Clyssie bewirkt im Enddarm eine schnell einsetzende Erweichung und Verdünnung des Stuhls.

Zusätzlich entsteht durch die hypertonische Lösung ein osmotisches Druckgefälle zwischen Darmflüssigkeit und Plasma, so dass vermehrt Flüssigkeit in das Darmlumen einströmt.

Die dadurch bedingte Füllung und Drucksteigerung im Enddarm regt die Darmperistaltik an. Die erweichten Faeces werden leicht und schnell ausgeschieden. Die annähernd physiologische Entleerung hinterlässt einen vollständig gereinigten Enddarm.

Nur verwenden, wenn Lösung klar und Behältnis unbeschädigt.

Lagertemperatur zwischen 5 °C und 30 °C.

Clyssie darf nach dem auf dem Etikett angegebenen Ablaufdatum nicht mehr verwendet werden.

B. Braun Melsungen AG, 34209 Melsungen, Deutschland.

Vertrieb

B. Braun Medical AG, 6204 Sempach.

September 2009.


MengeCHFAbgabekat.Rückerstattungskat.
CLYSSIE Klistier120 mlCE
10 x 120 mlCE

Strichcode-Nummer:

4030539039864, 4030539039857

ATC-Code:

A06AG01