Wirkstoffe: Lipida e pulmone vitelli (Rinderlunge) et Colfoscerili palmitas et Acidum palmitinicum et Glyceroli tripalmitas.

Hilfsstoffe: Natrii chloridum; Aqua q.s. ad suspensionem.

Suspension zur intratrachealen Applikation mit einem Wirkstoffgehalt von 25 mg pro 1 ml.

Survanta ist eine sterile saline Suspension von natürlichen Lipiden und Proteinen, extrahiert aus Rinderlungen, ergänzt mit den drei synthetischen Lipiden Dipalmitoylphos­phatidylcholin (DPPC), Palmitinsäure (PA) und Tripalmitin (TP). Je nach Eigenschaften des Rinderlungenextraktes wird die Quantität der zugesetzten Lipide variiert, um so die Oberflächenspannung zu optimieren. Survanta hat deshalb keine konstante Zusammensetzung.

Survanta ist indiziert zur Behandlung von intubierten Neugeborenen mit einem Atemnotsyndrom infolge Surfactantmangel oder einem hohen Risiko eines zu entwickeln.

Empfohlen wird die Gabe von 100 mg Phospholipiden (= 4 ml) pro kg Körpergewicht in einem Volumen von höchstens 4 ml/kg Körpergewicht.

Die Behandlung sollte generell möglichst früh erfolgen.

Bei einem hohen Risiko, ein Atemnotsyndrom zu entwickeln, wird empfohlen, die erste Dosis innerhalb 15 Minuten nach der Geburt zu verabreichen (Prävention).

Zur Behandlung des Atemnotsyndroms sollte Survanta, wenn möglich, innerhalb der ersten 8 Lebensstunden das erste Mal gegeben werden.

In klinischen Studien wurde die Verabreichung von Survanta in bis zu 4 Dosen (jeweils zu 100 mg/kg KG) in Abständen von mindestens 6 Stunden während der ersten 48 Lebensstunden untersucht. Über häufigere Anwendungen liegen keine kontrollierten Daten vor.

Bisher keine bekannt.

Survanta sollte nur verwendet werden,

wenn die Möglichkeit zur kontrollierten Beatmung besteht;

bei einem Atemnotsyndrom oder bei einem hohen Risiko ein Atemnotsyndrom zu entwickeln;

bei bereits intubiertem Kind;

bei Frühgeburten von 600 g und mehr.

Von der Anwendung eines Surfactants kann erwartet werden, dass durch die Reduktion des Atemnotsyndroms die Beatmungsbedingungen erleichtert werden, aber die Mortalität und die Morbidität, bedingt durch die Frühgeburt, können nicht ganz eliminiert werden.

Kinder, welche durch die Behandlung mit Survanta überleben, können nun anderen Komplikationen ihrer Unreife ausgesetzt sein.

Kinder, die mit Surfactant behandelt werden, sollten auf Anzeichen einer Infektion sorgfältig überwacht werden und bei ersten Anzeichen einer gezielten Antibiotikabehandlung unterzogen werden.

Nach der Instillation von Survanta kann es zu einer raschen Verbesserung der Lungenfunktion mit einem Ansteigen der arteriellen O2-Konzentration kommen. Um eine Hyperoxämie zu vermeiden, muss eine Reduktion des Ventilationsdruckes und der eingeatmeten O2-Konzentration vorgenommen werden.

Die Beatmung sollte jedoch nicht zu früh gestoppt werden, da sonst die Inzidenz einer Apnoe zunimmt.

Die Anwendung von Survanta in Patienten mit schwerer Hypotonie wurde nicht geprüft.

Während der Instillation von Survanta kann es zu einer Bradykardie und Hypoxämie kommen. Treten entsprechende Symptome auf, ist die Instillation sofort zu unterbrechen und die erforderlichen Gegenmassnahmen sind zu ergreifen. Hat sich der Zustand des Kindes stabilisiert, kann die Instillation von Survanta fortgesetzt werden.

Es liegen keine Interaktionsstudien vor.

Nicht zutreffend, Survanta wird nur bei Neugeborenen eingesetzt.

Nicht zutreffend, Survanta wird nur bei Neugeborenen eingesetzt.

Infektionen

Mit Survanta behandelte Kinder erkranken häufiger als unbehandelte an Infektionen oder einer Sepsis.

Blut- und Lymphsystem

In einer der kontrollierten Studien mit Einmaldosierung zur Behandlung des Atemnotsyndroms wurden bei den mit Survanta behandelten Patienten eine grössere Häufigkeit intrakranieller Blutungen im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet. In allen anderen Studien konnte kein erhöhtes Risiko für Hirnblutung gefunden werden.

Nervensystem

In einer Studie wurden nach Verabreichung eines Surfactants (ein anderes Präparat) über akute cerebrale Dysfunktionen kurzer Dauer (<10 Minuten) mit oder ohne einen gleichzeitigen Abfall des arteriellen Mitteldruckes berichtet.

Herz

In den Studien mit wiederholter Applikation von Survanta wurde in 11,9% der Applikationen eine transiente Bradykardie und in 9,8% der Applikationen eine Hypoxämie (Reduktion der O2-Sättigung) gefunden. Die Inzidenz eines offenen Ductus arteriosus botalli scheint unter Survanta etwas höher zu sein. Diese Ergebnisse sind nicht signifikant, aber waren in allen Studien beobachtbar.

Atmungsorgane

In allen kontrollierten Studien wurde in 7,5% der mit Survanta behandelten Kindern eine Lungenblutung gefunden. Obwohl die Häufigkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe mit Placebo (5,3%) leicht erhöht scheint (n.s.), wird vermutet, dass der Unterschied durch die höhere Mortalität in der Kontrollgruppe herrührt. Gelegentlich (0,2%) kann es unter der Anwendung von Survanta zu einer Obstruktion des Endotrachealtubus kommen. Wird eine Obstruktion vermutet, sollte der Tubus abgesaugt oder ersetzt werden.

Wurde eine übermässige Dosis von Survanta verabreicht, ist der Patient auf Zeichen einer akuten Obstruktion der Luftwege zu beobachten. Die Behandlung sollte symptomatisch und unterstützend sein. Rasseln und feuchte Atemgeräusche können vorübergehend nach der Gabe von Survanta auftreten; sie sind nicht Zeichen einer Überdosierung. Massnahmen sind bis zu klaren Zeichen einer Obstruktion der Luftwege nicht erforderlich.

ATC-Code: R07AA30

Wirkungsmechanismus

Aufgrund seines Wirkungsmechanismus führt Survanta vorwiegend auf biophysikalischem Weg zu einer Herabsetzung der Oberflächenspannung und gleichzeitig zu einer Erhöhung der Compliance der Lunge.

Intratracheal verabreichtes Survanta verteilt sich rasch auf den alveolären Oberflächen und verhindert das Kollabieren der Alveolen während der Atmung. Die alveoläre Ventilation wird so erhöht.

Klinische Wirksamkeit

In klinischen Studien bei frühgeborenen Kindern mit neonatalem Atemnotsyndrom wurde nach Behandlung mit einer Einmaldosis Survanta eine signifikante Verbesserung der Oxigenierung nachgewiesen. Die Frühgeborenen benötigen eine geringere zusätzliche Sauerstoffzufuhr. Es wurde eine Erhöhung des arteriellen/alveolären Sauerstoffverhältnisses belegt.

Weiterhin wurde die Notwendigkeit einer Unterstützung der Beatmung, angezeigt durch einen niedrigeren mittleren Beatmungsdruck, signifikant vermindert. In den meisten Fällen hielten diese Wirkungen über einen Zeitraum von mindestens 72 Stunden nach der Einmalgabe von Survanta an.

In Studien mit Mehrfachdosierung wurde zusätzlich eine signifikante Reduktion der Mortalität wie auch der Häufigkeit von pulmonalen interstitiellen Emphysemen gefunden.

Dies bestätigt sich in klinischen Studien, wo die Anwendung von Survanta bei Kindern, welche eine hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen ein Atemnotsyndrom zu entwickeln, geprüft wurde. Die Häufigkeit eines Atemnotsyn­droms wurde dabei ebenfalls signifikant häufig herabgesetzt.

In präklinischen Untersuchungen mit radioaktiv markiertem DPPC bei drei Tage alten Kaninchen entsprach die Clearance-Rate von Survanta in der Lunge derjenigen des natürlichen Kalb- oder Schafsurfactant (ca. 13% nach 24 Stunden). Die Substanz unterliegt insgesamt einer geringen Metabolisierung. Es wurde auch eine Absorption und Re-Sekretion beobachtet.

Da sich Survanta auf der Oberfläche der Lungenalveolen verteilt und nicht systemisch verabreicht wird, wurden pharmakokinetische Parameter wie Blutspiegel, Plasmahalbwertszeit usw. nicht untersucht.

Untersuchungen zur Karzinogenität und Mutagenität wurden nicht durchgeführt.

Bei Toxizitätsstudien an Ratten wurden nach Mehrfachgabe von Survanta Lungengranulome beobachtet, wie sie nach Instillation hoher Lipiddosen in die Lungen zu erwarten sind. Nach wiederholter Gabe von Survanta beim Frettchen, einer Tierspezies, deren Lungenstruktur der des Menschen sehr ähnlich ist und die nicht zu den Nagetieren gehört, entwickelten sich kleinere, multiple auftretende Herde von Mikrogranulomen der Lungen. Eine systemische Toxizität wurde nicht beobachtet.

Eine Sensibilisierung gegen Survanta trat bei intratrachealer Anwendung nicht auf.

Besondere Lagerungshinweise

Survanta sollte lichtgeschützt und im Kühlschrank bei 2–8 °C aufbewahrt werden. Es ist nur bis zum Ablauf des Verfalldatums verwendbar.

Hinweise für die Handhabung

Survanta sollte nur von Spezialisten angewendet werden.

Survanta soll vor Verabreichung visuell auf Verfärbungen überprüft werden. Die Farbe von Survanta ist crèmefarben bis hellbraun. Wenn eine andere Verfärbung als oben beschrieben beobachtet wird, soll das Produkt nicht verwendet werden. Die Zulassungsinhaberin soll für weitere Instruktionen kontaktiert werden.

Falls durch die Lagerung ein Bodensatz entstanden ist, sollte die Ampulle vorsichtig geschwenkt (nicht geschüttelt) werden, um eine gleichmässige Suspension zu erhalten. Während der Handhabung kann es zu einer leichten Schaumbildung kommen. Dies ist produktbedingt. Survanta sollte vor der Verabreichung auf Raumtemperatur erwärmt werden. Dies kann durch Stehenlassen bei Zimmertemperatur für mindestens 20 Minuten oder durch mindestens 8-minütiges Erwärmen in der Hand geschehen. Künstliches Erhitzen ist nicht anzuwenden.

Ungeöffnete Ampullen, welche bereits auf Raumtemperatur erwärmt wurden, können innerhalb von acht (8) Stunden wieder in den Kühlschrank zurückgegeben und für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden. Survanta sollte jedoch nicht mehr als einmal erwärmt und wieder abgekühlt werden. Angebrochene Ampullen mit Restmengen sind zu verwerfen.

Die Anwendung von Survanta erfolgt als intratracheale Instillation durch den endotrachealen Tubus, welcher aber nicht nur für die Instillation von Survanta eingeführt werden soll. Die Gesamtdosis sollte in 4 gleichen Teildosen wie folgt in die 4 Lungenquadranten instilliert werden:

1. Für die Instillation ist die Beatmungsfrequenz auf 60/Minute mit einer Inspirationszeit von 0,5 s und einem FiO2-Wert von 1,0 einzustellen. Der Beatmungsdruck kann zunächst unverändert bleiben.

2. Nach Erwärmung auf Raumtemperatur werden die 4 Teildosen einzeln in einer der 4 unten beschriebenen Positionen über eine Sonde, deren Spitze intratracheal am Ende des Trachealtubus liegt, instilliert.

Rechte Seitenlage, dabei Kopftieflage, d.h. Kopf und Körper in einem Winkel von ca. 15° gegen die Unterlage geneigt. Nach der Instillation wird der Respirator wieder angeschlossen und die Position noch für weitere 30 s beibehalten.

Linke Seitenlage, dabei Kopftieflage (wie oben). Nach der Instillation wird der Respirator wieder angeschlossen und die Position noch für weitere 30 s beibehalten.

Linke Seitenlage, dabei Kopfhochlage, d.h. Kopf und Körper in einem Winkel von ca. 15° von der Unterlage gehoben. Beibehaltung der Position wie oben beschrieben.

Rechte Seitenlage, dabei Kopfhochlage, Position und deren Beibehaltung siehe oben.

Um die mechanische Beatmung nicht unterbrechen zu müssen, kann Survanta in 2 Teildosen durch das Absaugventil am Neonataltubus des Respirators wie folgt verabreicht werden:

In Rückenlage werden Kopf und Körper um ca. 45° nach rechts gedreht und die Sonde durch das Ventil in den Tubus eingeführt. Die erste Teildosis wird dann instilliert. Dies kann geschehen, ohne die Beatmung zu unterbrechen. Die Sonde wird nun aus dem Tubus zurückgezogen, ohne jedoch das Ventil zu verlassen. Nun wird die mechanische Beatmung für 30 Sekunden fortgesetzt, bevor die zweite Position eingenommen wird.

Kopf und Körper werden nun um ca. 45° nach links gedreht und die zweite Teildosis Survanta wird mittels der wieder eingeführten Sonde ebenfalls verabreicht. Die Sonde kann nun entfernt werden und die Beatmung wird fortgesetzt.

Um eine angemessene Einstellung zu gewährleisten, muss unmittelbar nach der Applikation von Survanta eine Kontrolle der arteriellen Blutgase, der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration und der Veränderungen ventilatorischer Parameter erfolgen!

Restmengen von Survanta sind zu verwerfen.

Dezember 2009.

MengeCHFAbgabekat.Rückerstattungskat.
SURVANTA Susp8 mlA

Zulassungsnummer:

50765 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin:

AbbVie AG, 6341 Baar.

Strichcode-Nummer:

7680507650163

ATC-Code:

R07AA30