Symmetrel ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Beschwerden bei Parkinsonscher Krankheit einerseits und zur Bekämpfung von bestimmten Grippeviren andererseits.

Symmetrel ist nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zu verwenden. Symmetrel kann allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln die wichtigsten Beschwerden der Parkinsonschen Krankheit, wie z.B. Zittern, Versteifung der Muskulatur, Bewegungsarmut, verlangsamte Denkabläufe günstig beeinflussen. Oft tritt auch eine Stimmungsbesserung und Lockerung des Gesichtsausdrucks ein.

Die Wirkung stellt sich im Allgemeinen 1 bis 2 Tage nach Einnahme von Symmetrel ein, spätestens aber nach einer Woche. Die beste Wirkung wird nach einigen Tagen bis wenigen Wochen erreicht.

Symmetrel hat auch eine gezielte Wirkung auf bestimmte Grippeviren (Typ-A). Aufgrund des vermuteten Wirkungsmechanismus empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige Anwendung (d.h. am 1.-2. Krankheitstag). Die Wirkung gegen die Grippeviren setzt bereits 1 bis 2 Stunden nach Einnahme ein.

Symmetrel kann auch vorbeugend bei Grippeinfektionsgefahr bei Einzelpersonen oder bei Gruppen eingesetzt werden.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen ausschliesslich für ihre derzeitige Krankheit verschrieben. Verwenden Sie es nicht zur Behandlung anderer Krankheiten.

Symmetrel wirkt nicht bei Erkältungskrankheiten, anderen Formen von Grippe oder anderen Virusinfektionen.

Symmetrel darf nicht eingesetzt werden, wenn bekannt ist, dass Sie auf den Wirkstoff (Amantadin) oder auf einen anderen Inhaltsstoff des Präparates überempfindlich sind.

Zudem darf es nicht angewendet werden bei bestimmten schweren Epilepsien oder schweren psychischen Erkrankungen, Erregungs- und Verwirrtheitszuständen und während der Schwangerschaft.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigen.

Bei einer möglichen Herabsetzung der Reaktionsfähigkeit, Schwindel, verschwommenem Sehen und anderen zentralnervösen Nebenwirkungen wie Gemütsverstimmung, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, körperliche Unruhe und gesteigerte Erregbarkeit, Kopfschmerzen nach Einnahme von Symmetrel ist von der Teilnahme am Strassenverkehr, vom Bedienen von Maschinen oder anderen Aktivitäten, die hohe Aufmerksamkeit benötigen, abzusehen.

Symmetrel sollte nicht eingenommen werden, wenn Sie unter erhöhtem Augendruck resp. grünem Star leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an folgenden Erkrankungen leiden:

•Kreislaufbeschwerden

•Nieren- und Leberfunktionsstörungen

•Magen- und Darmgeschwüren

•Hirnleistungsstörungen (so genanntes hirnorganisches

•Psychosyndrom)

•epileptischen Anfällen

•immer wieder auftretenden Hautkrankheiten

•krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis)

•Anschwellen von Händen und Füssen

•Allergien oder wiederkehrendes Ekzem

•Vergrösserung der Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie).

Manche Patienten bzw. Patientinnen, die Symmetrel zur Behandlung der Parkinsonerkrankung angewendet haben, haben unter Einnahme von Symmetrel  für sie ungewöhnliche Verhaltensweisen gezeigt, wie z.B. ungewöhnlich starker Spieldrang (Glücksspiel mit vermehrten Geldausgaben), gesteigerter Sexualtrieb und/oder erhöhte Libido. Falls Sie bei sich selber oder Ihre Familienmitglieder bei Ihnen die Entwicklung von für Sie untypischen, ungewöhnlichen Verhaltensweisen feststellen, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie mit Memantin behandelt werden.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Symptome wie unregelmässiger Herzschlag, Schwindel oder Bewusstlosigkeit auftritt.

Falls beim Wasserlassen Beschwerden auftreten, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Eine gleichzeitige Einnahme von Symmetrel mit anregenden Arzneimitteln, z.B. Appetitzügler, ist nicht angezeigt. Die Nebenwirkungen anderer Arzneimittel (z.B. L-Dopa) können durch Symmetrel verstärkt werden.

Vom gleichzeitigen Genuss von alkoholischen Getränken wird abgeraten.

Die Behandlung mit Symmetrel sollte nicht abrupt abgesetzt werden, da es bei Patientinnen und Patienten mit der Parkinsonschen Krankheit zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Symmetrel darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Patientinnen die schwanger sind oder während der Behandlung schwanger werden, müssen sofort den Arzt bzw. die Ärztin konsultieren. Da der Wirkstoff in die Muttermilch übertritt, sollten stillende Frauen Symmetrel nicht einnehmen.

Bei Parkinson’scher Krankheit

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung während 4-7 Tagen 1 Kapsel 1x pro Tag verschreiben. Ausnahmsweise kann diese Anfangsdosierung während 2 Wochen beibehalten werden. Anschliessend wird der Arzt oder die Ärztin für die Dauerbehandlung die Dosis steigern, je nach der Reaktion, die Sie auf Symmetrel zeigen, z.B. 2x täglich 1 Kapsel morgens und mittags zu den Mahlzeiten, evtl. als Ausnahme 3x täglich 1 Kapsel.

Zur Vorbeugung oder Behandlung von Grippevirus-Infektionen

Zur Vorbeugung oder Behandlung von Grippe, hervorgerufen durch Viren vom Typ A.

Erwachsene: 2x täglich 1 Kapsel.

Kinder: 5-10 Jahre: täglich 1 Kapsel; ab 10 Jahren: 2x täglich 1 Kapsel.

Die Anwendung sollte möglichst früh einsetzen und zur Behandlung 8 Tage fortgesetzt werden.

Zur Vorbeugung kann bei anhaltender Infektionsgefahr die Einnahme während 4 oder mehr Wochen notwendig sein. Das Präparat soll bei Kindern unter 5 Jahren nicht angewandt werden.

Allgemeines

Ändern sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Für ältere Patienten und Patientinnen, die eine normale Nierenfunktion aufweisen, wird die Dosis von maximal 100 mg pro Tag empfohlen. Bei Patienten und Patientinnen, die eine Nierenfunktionsstörung aufweisen, sollte die Dosis weiter reduziert werden. Für Patientinnen und Patienten, die eine Dialyse-Behandlung erhalten, wird in der Regel eine Dosis von einer Kapsel (100 mg) pro Woche empfohlen, die gegebenfalls bei guter Verträglichkeit eventuell auf zwei Kapseln (200 mg) pro Woche erhöht wird. Der Arzt bzw. die Ärztin entscheidet über die jeweilige Dosis und eine allfällige Reduktion.

Falls Sie einmal die Einnahme einer Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie, sobald Sie daran denken. Ist es aber bald Zeit für die Einnahme der nächsten Dosis, nehmen Sie die ausgelassene Dosis nicht ein, sondern fahren Sie fort, das Arzneimittel zur gewohnten Zeit einzunehmen. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis.

Wenn Sie mehr als eine Dosis ausgelassen haben, so kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Hören Sie nicht plötzlich auf, Symmetrel einzunehmen, ohne Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zuvor zu informieren.

Plötzlicher Abbruch der Medikation kann Ihre Erkrankung verschlimmern oder zu einem schweren, lebensbedrohlichen Zustand führen (so genanntes malignes neuroleptisches Syndrom), der sofortige medizinische Betreuung erfordert.

Informieren Sie daher Ihren Arzt oder Ihre Ärztin sofort, wenn Sie Muskelsteifheit, eine erhöhte Temperatur oder Fieber nach einem plötzlichen Absetzen von Symmetrel haben.

Nebenwirkungen treten gewöhnlich zu Beginn der Behandlung mit Symmetrel auf. Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Symmetrel auftreten:

Blut:
Selten: Verminderung der weissen Blutkörperchen.

Psychiatrische Störungen:

Häufig: Depression, Angstzustände, gehobene Stimmung; selten: Auslösung von Psychosen.

Nervensystem:
Häufig: Unruhe und Erregbarkeit, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Verlangsamung (Lethargie), Halluzinationen, Alpträume, Störung der Koordination von Bewegungsabläufen, undeutliche Sprache.

Selten: Verwirrtheit, Desorientierung, Zittern, Bewegungsstörungen, Krämpfe. Koma, Wahnvorstellungen, aggressives Verhalten, Muskelzuckungen, abnormaler Gang sowie Kribbeln in den Armen und Beinen.

Auge:
Selten: Veränderungen der Hornhaut und starker Verlust der Sehschärfe sowie Pupillenvergrösserung, Augenmuskellähmung.

Herz/Kreislauf:
Häufig: verstärkter Herzschlag, tiefer Blutdruck beim Aufstehen.

Sehr selten: Einzelfälle von Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand.

Blutgefässe:
Häufig: Schwellung der Knöchel.

Gastrointestinaltrakt:
Häufig: Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen.

Selten: Durchfall, Verstopfung.

Haut und Hautanhangsgebilde:

Häufig: Schwitzen, fleckig «marmorierte» Haut.

Selten: erhöhte Sensibilität der Haut auf UV Licht, Hautjucken, Hautausschlag.

Harnwege:
Selten: Störungen beim Wasserlassen, Harninkontinenz.

Im Rahmen der Erfahrungen seit der Zulassung wurden weitere unerwünschte Wirkungen gemeldet:

Psychiatrische Störungen:

Wenn Symmetrel zur Behandlung der Parkinsonkrankheit angewendet wird, kann es zu Verhaltensstörungen wie z.B. ungewöhnlich starker Spieldrang (Glücksspiel mit vermehrten Geldausgaben), gesteigertem Sexualtrieb und/oder erhöhter Libido kommen.

Atmungsorgane: Akute Ateminsuffizienz, Atemnot, Wasser in der Lunge.

Allgemeine Störungen: Allergische Reaktionen.

Wenn Sie Nebenwirkungen wie Anschwellen der Beine und/oder Knöchel, Halluzinationen, Depressionen, Angstzustände, Sprachstörungen, und andere psychische Störungen oder Muskelversteifungen mit erhöhter Temperatur und Bewusstseinsstörungen oder bei Kindern abnorm tiefe Temperatur feststellen, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt, bzw. Ihre Ärztin informieren.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Das Arzneimittel soll vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30°C aufbewahrt werden.

Symmetrel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

1 Kapsel enthält 100 mg Amantadinhydrochlorid, die Konservierungsmittel Äthyl- und Propylparaben Natriumsalz (E215, E217) sowie weitere Hilfsstoffe.

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Kapseln zu 100 mg: 60.

Zulassungsnummer:

31841 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin:

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Strichcode-Nummer:

7680318410383

ATC-Code:

N04BB01